REBOUND

Das wissenschaftlich fundierte Präventionsprogramm für Risikokompetenz an Schulen

Am Beispiel des Themas Alkohol und andere Drogen werden Heranwachsende an die Wahrnehmung ihrer eigenen Stärken und Verletzbarkeit herangeführt.

Gefördert durch

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit Europäische Union Europäische Union
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Rolf Verres

Grußwort

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Rolf Verres

Emeritierter ärztlicher Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie der Universität Heidelberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

Im REBOUND-Programm geht es – am Beispiel des Drogenproblems – um den Umgang mit Versuchungen und Verführungen.

Drogen werden oft wie ein Schnellzug zum Glück angesehen. Viele Menschen wollen einfach nur die Fahrkarte kaufen und so direkt wie möglich zum Ziel kommen. Doch die schnelle Befriedigung von Bedürfnissen hinterlässt oft einen faden Nachgeschmack. Und eine entstandene Drogenabhängigkeit kann verheerende Folgen für das weitere Leben haben. Das Drogenproblem hat allerdings zwei Seiten: Nachfrage und Angebot. Drogen werden produziert, gekauft, gebraucht, missbraucht, toleriert, verherrlicht, verboten und verteufelt – und oft geht es um Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen.

Viele Erzieher fühlen sich hilflos, weil sie weder genug über den Wunsch nach Grenzüberschreitungen und über Drogen wissen, noch bei der Kommunikation den richtigen Ton treffen. Die Alkoholexzesse Jugendlicher sind manchmal ein Zeichen von Entfremdung zwischen jungen Menschen und Erwachsenen, vielleicht auch ein Symptom einer Gesellschaft, die sich nicht genug darum kümmert, die Bedürfnisse junger Menschen nach Rausch und Ekstase anzuerkennen.

In REBOUND geht es um das Verstehen von Risikoverhalten. Wir verlassen die am Individuum orientierten Deutungen des Drogenkonsums zugunsten eines neuen Paradigmas, welches die Kraft der Gemeinschaft und die sozialen Kompetenzen in das Blickfeld rückt. Das Konzept von Rebound ist ein Ergebnis langjähriger Zusammenarbeit unserer Forschergruppe mit jungen Menschen und ihren Pädagogen. Gemeinsam mit fast 20 Doktoranden und Diplomanden haben wir die empirischen Grundlagen geschaffen. Ich wünsche den Kursleitenden und allen im Bildungssystem Beteiligten, viel Freude und Neugier bei einem innovativen und kreativen Programm, in dem Versuchungen und Verführungen zur Sprache kommen können

Unterschrift Prof. Verres

Was bedeutet REBOUND?

„aus Erfahrungen lernen – den eigenen und denen anderer."

Es kommt aus dem Englischen und meint wie das lateinische „resilire": „abprallen, zurückspringen". REBOUND spielt auf die resilienzpädagogische Grundhaltung an, bei der es um Spannkraft, Elastizität, Strapazierfähigkeit und Bewusstheit geht.

REBOUND ist ein innovatives und anspruchsvolles Programm zur Stärkung von Gesundheitskompetenzen. Es lädt Schulen, Pädagogen, Jugend- und Sozialarbeiter, Psychologen und Berater dazu ein, junge Menschen als Partner in einem kooperativen Lernprozess zu unterstützen.

Am Beispiel des Themas „Alkohol und andere Drogen" werden die Heranwachsenden an die Wahrnehmung ihrer eigenen Stärken (Resilienz) und ihrer Verletzbarkeit (Vulnerabilität) herangeführt.

REBOUND bietet zwei Instrumente: die kompetenzorientierte, positive Grundhaltung und ein Repertoire an Methoden, das schrittweise erlernt werden kann.

Wichtigster Baustein von REBOUND ist die medienpädagogische Arbeit mit Kurzfilmen. Die Film-Szenarios zeigen realistische Situationen aus dem Leben von Jugendlichen und wie diese auf die darin gezeigten Herausforderungen typischerweise reagieren.

Das Programm

REBOUND ist ein wissenschaftlich fundiertes Präventionsprogramm für Risikokompetenz.

Zielgruppe
8. - 13. Klasse (typisch 9. Klasse)
Umfang
12 - 16 Einheiten

Lebenskompetenz- und Risikopädagogik

REBOUND ist ein evidenzbasiertes Programm zur Förderung von Lebenskompetenzen und Risikokompetenz für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14-25 Jahren.

Schulkurs

12 - 16 Einheiten à 90 Minuten

Arbeitsmaterial

Digitale Werkzeuge und Materialien für Kursleitende

Schulentwicklung

Verbessertes Klassenklima, höhere Lernbereitschaft und Lehrkräfteentlastung

Ihr Weg zu REBOUND

Wählen Sie Ihren Einstieg in das REBOUND-Programm

Stimmen aus der Praxis

Durch das gemeinsame Unterrichten im Tandem habe ich mich selbst in einer ganz anderen Rolle erlebt. Statt frontal zu vermitteln, konnte ich beobachten, zuhören und auf einzelne Schüler eingehen. Das hat mir gezeigt, wie viel Potenzial in partizipativen Unterrichtsformen steckt.
G

Gymnasiallehrer

Gymnasium, Baden-Württemberg

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu REBOUND

Was kostet die Einführung von REBOUND?

REBOUND kann über verschiedene Wege finanziert werden: Besonders attraktiv und niedrigschwellig ist die Förderung durch gesetzliche Krankenkassen nach § 20a SGB V – hier übernehmen die Kassen die Kosten für Weiterbildung, Supervision und Materialien. Alternativ kann REBOUND über das Startchancenbudget oder durch Kooperationen mit Landesministerien und nachgeordneten Instituten finanziert werden.

Wie läuft die Weiterbildung ab?

Die Weiterbildung wird an die Bedarfe Ihrer Schule angepasst und umfasst in der Regel 4 Tage: 2 Webinar-Nachmittage zur Vorbereitung und 2 Präsenztage für die praktische Arbeit mit dem Programm. Anschließend führen Sie das Programm in Ihrer Klasse durch – begleitet durch Supervision.

Für welche Klassenstufen ist REBOUND geeignet?

REBOUND richtet sich an Jugendliche der 8. bis 13. Klasse, wird aber typischerweise in der 9. Klasse durchgeführt. Das Programm umfasst 12–16 Einheiten und kann an verschiedene Schulformen angepasst werden – von Gymnasien über Gesamtschulen bis zu Berufsschulen.

Ist REBOUND wissenschaftlich evaluiert?

Ja, REBOUND wurde in einer kontrollierten Studie an der Universität Heidelberg evaluiert und ist auf der „Grünen Liste Prävention" des Landespräventionsrates Niedersachsen gelistet. Die Studie zeigt: Jugendliche, die an REBOUND teilgenommen haben, tranken seltener Alkohol – und wenn sie tranken, dann weniger. Zudem zeigte sich ein Rückgang des Cannabiskonsums und ein deutlicher Wissenszuwachs über Substanzen und deren Wirkungen.

Was macht REBOUND anders als andere Präventionsprogramme?

REBOUND arbeitet in der „heißen Phase" – wenn Jugendliche erste Erfahrungen mit Substanzen machen. Statt Abschreckung setzt das Programm auf Ressourcenaktivierung und arbeitet auf drei Ebenen: die Ich-Perspektive (eigene Stärken erkennen), die Du-Perspektive (von Mentoren lernen) und die Wir-Perspektive (Klassengemeinschaft stärken). Die VIA-Methode nutzt authentische Kurzfilme, die reale Entscheidungssituationen zeigen und offene Gespräche ermöglichen.

Trägt REBOUND auch zum allgemeinen Bildungserfolg bei?

Ja. Die KMK-Empfehlung von 2012 stellt klar: Prävention ist kein Zusatz, sondern Kern der Schulentwicklung. REBOUND fördert Lebenskompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösung, Kommunikation und Selbstregulation – Fähigkeiten, die weit über das Thema Substanzen hinaus den Lernerfolg unterstützen. Studien zeigen: Ein verbessertes Klassenklima geht mit erhöhter Lernbereitschaft einher. So erfüllen Schulen mit REBOUND nicht nur ihren Präventionsauftrag, sondern stärken auch ihr pädagogisches Kerngeschäft.

Haben Sie weitere Fragen? Kontaktieren Sie uns

Bereit für REBOUND?

In einem unverbindlichen Gespräch klären wir gemeinsam, ob und wie REBOUND zu Ihrer Schule passt.

Mandy Martusewitsch

Mandy Martusewitsch, M.Sc.

Ihre Ansprechpartnerin

mandy.martusewitsch@finder-akademie.de +49 (0)30 754 395 750
Förderung möglich
Wissenschaftlich evaluiert
Persönliche Begleitung

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